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Wir
würden für Ihr Projekt grundsätzlich zuerst versuchen, sogenannte
Flachdecken für die Kalkulation heran zu ziehen. Diese Decken sind
unterzuglose Decken, die zum Teil nur auf Stützen aufliegen, wenn nicht
genügend oder keine tragenden Wände vorhanden sind, die bis zur Gründung
durchgehen. Auf diese Decken können nicht tragende Wände nach belieben
gestellt werden.
Entgegen der DIN 1055, der Bestimmung für die Lastannahmen, führen wir
Gebäude seit Beginn des Büros mit frei auf den Decken stehende
nichttragende schwere Wände aus. So vermeiden wir Mischmauerwerk, was
oft zu Rissen führt und auch nicht kostengünstiger ist. Diese Wände
berechnen wir entgegen der DIN 1055 nicht über den Trennwandzuschlag auf
die Decken, was zu erheblich mehr Stahl führt, sondern als Linienlasten.
Diese Berechnungsart ist auch wieder aufwendiger, aber bringt
Baukosteneinsparungen. Wir setzen auch hier die Finite Element Methode
ein, die diese Berechnungen problemlos ermöglicht.
Bei Geschäftshäusern haben diese Flachdecken den Vorteil, Geschoßhöhen
und somit wieder Baukosten gegenüber Decken mit Unterzügen einzusparen.
In extremen Situationen haben wir darüber stehende Wände als Tragende
Betonscheiben ausgeführt und die Decken daran aufgehängt. Dies ist oft
auch möglich, wenn sich Türöffnungen in den Wänden befinden. Das setzt
allerdings voraus, dass man als Tragwerksplaner in der Lage ist Scheiben
mit der Finite Element Methode zu berechnen.
In anderen extremen Fällen haben wir, wenn Unterzüge unumgänglich waren,
auf Stahlverbundträger zurück gegriffen. Sie lassen sich in der Höhe
erheblich geringer herstellen als Stahlbetonunterzüge. Die Berechnung
der Stahlverbundträger ist erheblich aufwendiger als Unterzüge und setzt
sehr viel Erfahrung beim Tragwerksplaner voraus. Hier helfen aber in der
Regel die Hersteller dieser Träger aus. Manchmal werden diese
Stahlverbundträger auch mit normalen einbetonierten Stahlträgern
verwechselt, was für den Bauherren nur unnötig teuer wird.
Sehr oft werden Stahlbetondecken als sogenannte Filigran Decken
hergestellt, weil sie den Deckenputz erübrigen und somit offensichtlich
als kostengünstig erscheinen. Dies ist aber in der Regel dann nicht der
Fall, wenn das Herstellerwerk zur schnelleren Herstellung die Platten
unnötig hoch mit Stahlbewehrung versieht. Diese Kosten gehen in den
Kosten für die Gesamt-Stahlbewehrung des Projektes unter und werden dann
ohne Beanstandungen aus Unkenntnis bezahlt. Bedeuten aber wiederum
Mehrkosten für den Bauherren.
Kostenproblematisch erscheinen oft Gebäude, die auf einer
Tiefgaragendecke stehen. Hier haben wir unseren Bauherren oft erhebliche
Baukosten eingespart, wenn wir früh genug zur Entwurfsplanung
hinzugezogen wurden oder selbst die Planung und Statik erstellt haben.
Wir haben oft die Erfahrung gemacht, dass es günstiger ist, das Raster
der Tiefgaragenstützen, die sich nun mal zwingend aus einer sinnvollen
Tiefgaragenplanung ergeben, durch alle Etagen hindurch zu planen bis zur
obersten Decke. Dann werden alle Decken als Flachdecken erstellt und
tragen die Wände als nichttragende Wände. Dies ist bei fachkundiger
Detailplanung ohne Mehrkosten möglich und erspart Unterzüge in der
Tiefgarage von nicht unerheblicher Höhe. Was wiederum die Einsparung von
Aushub und höheren Außenwänden mit sich bringt.
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